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Plößberg - ein Streifzug durch die Geschichte des Ortes

nach Hermann Heß

Der im Mittelalter an der Goldenen Straße von Nürnberg nach Prag gelegene Ort Plößberg kann auf eine lange, geschichtlich bewegte Vergangenheit und Tradition zurückblicken.

Um 1052 wird, unter Berücksichtigung der historischen Entwicklung der Region um Plößberg, hier eine kleine Ansiedlung bestanden haben. Eine Ausarbeitung von Harald Fähnrich weist den Standort des ältesten Burgstalls an der Schloßstraße nach.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort um die Mitte des 12. Jahrhunderts, als Arnoldus de Plezperch, ein Hofmarksherr von Plößberg und Dienstmann des Grafen von Sulzbach, in einer Schenkungsurkunde des Klosters Berchtesgaden als Zeuge für den Grafen Gebhard von Sulzbach auftritt.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort um die Mitte des 12. Jahrhunderts, als Arnoldus de Plezperch, ein Hofmarksherr von Plößberg und Dienstmann des Grafen von Sulzbach, in einer Schenkungsurkunde des Klosters Berchtesgaden als Zeuge für den Grafen Gebhard von Sulzbach auftritt.

Dem Adelsgeschlecht der Plößberger, die als Hofmarksherren einige Male als Bürgen und Zeugen, nicht aber als Siegler genannt werden, folgten später die Gleißenthaler, Herren von Schönkirch.

Um die Mitte des 14. Jahrhunderts kam Plößberg zur böhmischen Krone. Die Folgezeit ist von häufigem Besitzwechsel der adeligen Häuser gekennzeichnet. Das Verhältnis der Hofmarksherren zu ihren Untertanen war nicht immer gut, und es kam wiederholt zu Zwist und Streitigkeiten, wie z.B. im Jahre 1774, als ein Holzstreit entbrannte.

1414 kam Johannes Hus auf seiner Reise nach Konstanz am 15. oder 16. Oktober durch Plößberg. Später brachen die Hussiten in diesen Raum ein und plünderten um den 31. Mai 1428 auch Plößberg und brannten es ab. Nach 1543 bekannten sich die drei Orte Plößberg, Schönkirch und Wildenau zur Reformation Luthers und im Jahre 1556 wurde die evangelisch-lutherische Pfarrei Plößberg errichtet. 1627 setzte die Gegenreform ein. Am 22. Februar 1652 kam der Kölner Vergleich zustande und damit die Einführung des Simultaneums.


Zu Beginn des 16. Jahrhunderts hausten im Plößberger Schloß die in der weiten Umgebung gefürchteten Raubritter Prenger. Ein Sohn des Stephan Prenger wurde 1531 wegen verschiedener Räubereien auf Betreiben der Stadt Nürnberg im benachbarten Floß mit dem Schwert hingerichtet.

Während des 30-jährigen Krieges waren Truppendurchmärsche und Belagerungen keine Seltenheit. Die Schweden wie auch die kaiserlichen Truppen bedrängten die Plößberger. Nach dem Abzug der Schweden stellte sich ein noch viel schlimmerer Feind ein: "Die Pest." Ungeheuer groß waren zu dieser Zeit in unserer Gegend Not, Elend und Schrecken. Im österreichischen Erbfolgekrieg wird Plößberg erneut durch Truppendurchzüge heimgesucht.

Über Jahrhunderte hinweg blieb die Landwirtschaft der entscheidende wirtschaftliche Faktor in Plößberg. Jedoch bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde in Plößberg die Mühlbeuteltuch-Fabrikation heimisch. Dieser ausgefallene Erwerbszweig erlangte damals schon weltweite Bedeutung. Unter Wolfgang von Sazenhofen (1711-1782) nahm die Erzeugung von Mühlbeuteltuch einen großen Aufschwung. In der Blütezeit arbeiteten 30 Meister und 300 Gesellen an ihren Webstühlen. Plößberger Hausierer vertrieben das Mühlbeuteltuch sogar bis nach Ägypten. Unter der aufkommenden maschinellen Erzeugung litt dieses Handwerk, aber noch 1840 - 1850 waren in Plößberg 200 Webstühle in Betrieb.

1867 wurde im Ort eine Strohhutfabrik gegründet, die bereits nach einigen Jahren wieder abbrannte. Aus der Not des Arbeitsplatzmangels entstand das Gewerbe der Glasofenmaurer. Die Plößberger Glasofenmaurer waren bald über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannt und gesuchte Spezialarbeiter. Bis in unsere Zeit kommen sie in die ganze Welt. Die wirtschaftliche Struktur ist heute durch eine reiche Differenzierung an Gewerbe-, Handwerksbetrieben und Einzelhandelsgeschäften, sowie der verschiedensten anderen Unternehmen auf dem Gebiet des Dienstleistungssektors geprägt.

Mit Urkunde des Bay. Staatsministeriums des Innern vom 30.06.1951 wurde Plößberg offiziell zum Markt erhoben. Mt Urkunde vom 27.09.1951 wurde der Markt Plößberg zur Führung eines eigenen Wappens berechtigt. Die Blüten sind Zeichen der Grafen von Sulzbach, das gevierte Schild in Silber und Schwarz weist auf den adeligen Gutsherren von Gleißenthal hin. Das Wappen trägt keinen Hinweis auf das Kloster Waldsassen, schließlich waren Plößberg, Schönkirch und Wildenau böhmische Kronlehensgüter. Im Gegensatz dazu bildeten der älteste Gemeindeteil Beidl und Liebenstein in früheren Jahren stiftische Richterämter.

Der Fremdenverkehr hat eine nicht mehr zu übersehende Bedeutung erlangt. Dazu bietet sich die Landschaft um Plößberg im Oberpfälzer Wald geradezu an. Die Marktgemeinde Plößberg gilt als beliebtes Ausflugsziel für Ruhe- und Erholungssuchende. Mit Urkunde vom 26.04.1976 wurde Plößberg deshalb das Prädikat "staatlich anerkannter Erholungsort" verliehen.

So hat sich Plößberg von einer ursprünglich rein bäuerlichen Ortschaft zu einer modernen, überwiegend gewerblich-industriellen, Gemeinde entfaltet, die von der rapiden Entwicklung unserer heutigen Zeit nicht unberührt geblieben ist. In den letzten Jahren haben sich durch das Engagement und die Leistungsbereitschaft ansässiger Unternehmer große mittelständische Unternehmen (Sägewerke, Rindenverarbeitung, Kartonagenverarbeitung) entwickelt. Auch hier ergänzen sich, genauso wie im Laufe der Jahrhunderte, Tradition und Fortschritt vorteilhaft.

(Überarbeitet am 02.08.2007, SG 1.1)


Plößberg - Die Geschichte des Großen Weihers

nach Hermann Heß

Der Große Weiher mit seinen etwa 40 Tagewerk Wasserfläche ist ein Kleinod unter den Freibädern in der Oberpfalz. In einer Mulde am Rande der Waldabteilung Badersbrunn zwischen Wald und offener Landschaft, 586 Meter über NN liegend, übt das Waldstrandbad eine große Anziehungskraft auf Urlauber und Einheimische aus.

Doch dieser Große Weiher hat auch seine Geschichte. Er wird schon mit diesem Namen im Jahre 1783 genannt. Das Gewässer gehörte zum Schloßgut Plößberg. Eine Aufstellung der Kurpfalz-Sulzbachischen Administratur Plößberg, vom 1. Oktober 1789, nennt für den Großen Weiher 12 Schock Fischeinsatz. Zwischen 1788 und 1808 wird ein Wert von 300 Gulden errechnet.

Bis zum Jahre 1811 waren der Neuweiher, Große Weiher und Bärenweiher im Besitz des königlichen Staats-Ärars. Gemäß Tauschurkunde der königlichen Finanzdirektion des Mainkreises, vom 28.Februar 1811, gingen damals die drei genannten Weiher durch Tausch bzw. Kauf an Anton Eckstein, dem damaligen Besitzer der Geismühle, über. Am Bestand der drei Weiher und deren Überläufe hatten der Winkel- wie auch der Geismüller ein größeres Interresse zum Betrieb ihrer Mühlwerke in wasserarmen Zeiten, wenn der Geisbach für die Geismühle und die Quellen der Frohnwiesen dieses Bächlein für die Winkelmühle, im Volksmund auch Fuchsmühle genannt, fast versiegten.

Nun hatte der Große Weiher nach einem Augenscheinprotokoll vom 1. Juni 1826 ein Gießbett 5 Schuh 6 Zoll weit. Da es Beschwerden des Forstärars und des Michl Beimler von der Winkelmühle wegen höheren Aufstaues des Großen Weihers gab, kam schließlich gemäß eines Augenscheinprotokolls vom 22. Mai 1827 ein Übereinkommen zustande, wonach statt des vorhandenen Bachbaumes ein Granitstein von 20 Zoll Höhe als Wasseraiche in das Gießbett eingesetzt wurde. Dieser Aichstein am Überlauf des Großen Weihers war noch bis zum Ausbau der Straße 1968/69 sichtbar und ist mir noch bekannt. In den Jahren 1828 bis 1859 soll der Große Weiher trocken gelegen haben und erst wieder 1859/60 aufgestaut worden sein, wie aus einem Bericht des königlichen Straßen- und Flußbauamts Weiden, vom 13. Dezember 1897, hervorgeht.

In der Nacht vom 25. auf 26. August 1882 kam es zwischen 22.00 und 23.00 Uhr zum Dammbruch. Eine mehrere Meter hohe Wasserflut riß auf der Winkelmühle die gemauerte Schupfe, den großen Stadel und den gewölbten Stall ,mit allem was in diesen Gebäudlichkeiten aufbewahrt war, mit sich fort. Auf der Geismühle wurden der Garten, die Gartenmauer, eine Brücke, die Stadelecke und eine Schupfe weggerissen. Die Schadenshöhe belief sich bei beiden Anwesen auf über 24.000 Mark. Das enge Tal zur Winkelmühle bot ein Bild grauenhafter Zerstörung, hieß es in einem Spendenaufruf des königlichen Bezirksamts Tirschenreuth vom 27. August 1882. Das Talgelände war mit Schlamm, Sand, geknickten Baumstämmen und einer Unmasse von Steinblöcken von 20 Zentnern und darüber bedeckt. Ein solcher Granitblock liegt heute noch vor dem Anwesen der Winkelmühle.

Ein langer Streit, ob der Große Weiher wieder aufgestaut werden soll, entbrannte und führte dazu, daß der Weiher bis 1899 trocken lag. Es gab Auseinanderstzungen mit dem Staatsforst und dem Besitzer der Winkelmühle.  Doch konnten die Ängste des Winkelmüllers überwunden werden, als man ihm die Pläne des Staudamms erläuterte. Der Plan des Plößberger Mauermeisters Ludwig Horn vom 12. Februar 1889, vermittelt einen Querschnitt der Staumauer die von der tiefen Sohle bis zur Krone immerhin eine Höhe von 9 1/2 Meter erreicht. Am Ende bestätigte die Regierung der Oberpfalz am 31.12.1899, daß es sich um eine Stauanlage gemäß § 16 ff. RGO. und Art. 73ff. der WBG. handelt. Somit war im Mai 1899, also vor ca. 100 Jahren, die Stauanlage des Großen Weihers wieder hergestellt und alle damit zusammenhängenden Schwierigkeiten überwunden.

Den Grundstein zur heutigen Freibadanlage am Großen Weiher legte 1961/62 der Plößberger Glasofenbauunternehmer Helmut Horn. Nachdem 1970/71 die Marktgemeinde Plößberg das Naturbad pachtweise übernommen hatte, erfolgte ein weiterer Ausbau zum heutigen Waldstrandbad. Gaststättenbetrieb, Freizeitanlagen mit Kinderspielplatz und Kinderplanschbecken, sowie sanitäre Einrichtungen, Umkleidekabinen und Duschen gehören zur Ausstattung des Naturbads.

So hat der Große Weiher seine unverwechselbare Geschichte. Vom einst nützlichen Wasserspender für zwei Mühlen und ein Sägewerk, bis zum Freizeitzentrum in erholsam schöner Landschaft, hat sich dieses heute den EG-Richtlinien entsprechende Gewässer entwickelt. Uns heutigen, gestreßten Menschen bietet der Große Weiher herrliche Badefreuden im Sommer und vergnügte Eissportmöglichkeiten im Winter.