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Die Geschichte der Burg Liebenstein

Unter dem staufischen Markgrafen Diepold II, der um 1100 auch Vohburg an der Donau erbte, begann die Kolonisation des historischen Egerlandes. Dabei stützte er sich auf seine Voburger „ Ministeralen“. 1125 sind erstmals die Brüder „Udalricus und Piligrimus de Egere“ in Liebenstein urkundlich erwähnt. Die Burg ist in den Jahren 1125 bis 1143 entstanden.  Wahrscheinlich auch die zur Burg gehörende „Schwaige“. Die Burgherren nannten sich später „die Liebensteiner“. In der Burg befand sich auch eine Kapelle, die der hl. Katharina geweiht war und später von den Calvinisten 1600 - 1620 abgerissen wurde. Die Untertanen in den zur Burg gehörenden Dörfern Liebenstein, Stein, Honnersreuth, Iglersreuth, Erkersreuth und Pilmersreuth mussten nach genau festgelegtem Plan für den Schwaighof arbeiten (Scharwerk verrichten). Die Wasserversorgung der „Schwaige“ und sicher auch der Burg wurde durch einen ca. 500 m östlich gelegenem Brunnen und eine Wasserleitung aus ausgehöhlten Baumstämmen sichergestellt. Die Schafhaltung mit etwa 300 Schafen war wohl die Haupteinnahmequelle der „Schwaige“.

1292
Mit Heinrich von Liebenstein starb der letzte Ritter ohne männliche Nachkommen. Er hinterließ 5 Töchter.

25. Oktober 1298
Dietrich von Parsberg verkaufte mit Zustimmung seiner Gemahlin Elisabeth, Enkelin von Heinrich von Liebenstein, das Schloss mit all seinen Zugehörungen und das mittlere Dorf Hohenwald mit den Höfen um das Schloss dort gelegen, dann seine Lehen um Waldsassen und sowie von Hardeck bis Liebenstein und in Schlottenhof an Abt Theodorich vom Kloster Waldsassen. Danach gab es Erbstreitigkeiten und es dauerte noch 88 Jahre bis alle Gläubiger befriedigt waren und das Kloster Waldsassen sich eines ruhigen Besitzstandes erfreuen konnte.

1340
Abt Franz fand es für notwendig, wegen der benachbarten Böhmen, welche die Gegend öfters mit räuberischen Einfällen bedrohten, auf bessere Befestigung des Schlosses bedacht zu nehmen. Aus diesem Grund ließ er die Burg noch mit einer äußeren Mauer umgeben, welche der Feind vorerst erstürmen musste, ehe er zum Schlosse gelangen konnte.

um 1350
Regelmäßig befand sich ab ca. 1350 bis zur Klosteraufhebung im Jahre 1803 in Liebenstein ein Richteramt welches dem Pflegeamt Tirschenreuth untergeordnet war.

1515 erbaute der klösterl. Richter John Paul den „Dresen“ (das Wirtshaus in Liebenstein). Von 1545 - 1567 war Jobst v. Brand Stiftshauptmann und Richter in Liebenstein. Jobst v. Brand war ein bekannter Komponist und Liedermacher seiner Zeit.

1560 wurde in Stein ein Pfarrhof eingerichtet („Pfarrbauer“). Die lutherische Religion hat in der Oberpfalz um sich gegriffen. In Folge dessen waren die Klostergeistlichen vertrieben und die stiftischen Besitzungen unter die Administration der churfürstlichen Regierung von Amberg gesetzt worden.

17. Dez. 1584
Der „Schwaighof“, welcher zum Schlossbesitz gehörte, wurde an Anton Mehler und dessen Ehefrau Ottilia verkauft. Das Schlossgebäude wurde noch einige Zeit vom Amtsrichter als Wohnung benützt.

1592
Oberamtmann Valentin Windsheim hatte sich am 24. Febr. von Waldsasen nach Tirschenreuth begeben, um die dortige Bürgerschaft aufzufordern, die calvinistische Religion anzunehmen. Schon bei seiner Ankunft fand er Tirschenreuth in heftigster Aufregung, sodass er sich ins Richterhaus flüchten musste. Er wurde überwältigt, auf die Straße geschleppt, gesteinigt und auf grausamste Weise misshandelt, bis er den Geist aufgab. Eine Regierungskommission wurde anschließend nach Tirschenreuth abgeordert, um die dortige aufrührerische Bürgerschaft in Untersuchung zu ziehen. Aus Besorgnis, die Aufrührer möchten mit ihnen nicht gelinder verfahren als mit dem ermordeten Windsheim, wagten sich die Kommissäre nicht nach Tirschenreuth, sondern fanden es ratsamer, sich im Schloss Liebenstein niederzulassen und von da aus die Untersuchung zu führen.

1618
Durch Streitigkeiten um eine Wiese entstand 1618 die einzige, gut erhaltene Zeichnung des Schlosses und seiner Umgebung (Staatsarchiv Amberg, Plansammlung Nr. 254). Bei Ausbruch des dreißigjährigen Krieges scheint man auf das Schloss als befestigten Platz keinen Wert mehr gelegt zu haben. Statt dasselbe besser zu befestigen und eine Garnison hineinzulegen, vernachlässigte man die notwendigen Unterhaltungsbauten

1627
Erneuter Ausbruch der Pest in Liebenstein, nachdem sie schon 1348 überall gewütet hatte.

1634
Die Schlossgebäude waren nicht mehr bewohnbar und gingen allmählich dem Ruine entgegen, welchem sie nunmehr verfallen sind.

1814
Nachdem ein Grossteil der Stadt Tirschenreuth niedergebrannt war, wurde die Ruine in Liebenstein abgetragen und diente zum Wiederaufbau der Stadt.  Wer eben Steine brauchte, holte dieselben von den Schlossmauern her und so gingen diese mehr und mehr zusammen. Ein königlicher Erlass zum Schutz der Ruine kam zu spät. 

1937
Auf Befehl des „Führers“, der den Liebensteiner Eisgranit für seine Großbauten in Nürnberg und Berlin benötigte, wurde am Schlossberg ein Steinbruch eröffnet, welcher Anfang der 1970er Jahre wieder eingestellt wurde.

Historische Bilder

Beginn der Sprengarbeiten 1937
Beginn der Sprengarbeiten 1937 25 Kb
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Burgberg
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Schwaighof
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Bilder

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